Sommerspektakel auf der Bregenzer Seebühne

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Sommerspektakel auf der Bregenzer Seebühne mit TURANDOT

(OM-8-15). Bregenz. Als Ende des Sommers das letzte Mal die berühmte Arie „Nessun Dorma“ auf der Bregenzer Festbühne erklang, ließen sich in dieser Festspielsaison nahezu 172.000 Menschen von der Oper TURANDOT verzaubern.
Die letzte – von ihm unvollendete – Oper des berühmten italienischen Komponisten Giacomo Puccini überzeugte vor allem mit erstklassigen Akteuren und durch das meisterhafte Bühnenbild von Marco Arturo Marelli. Die musikalischen Leitung hatte Paolo Carignani und Giuseppe Finzi Publikum inne.

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Ein kreatives Bilderspektakel ereignete sich vor der meterdicken chinesischen Mauer, das im leuchtenden Mittelpunkt der Seebühne zusammenfloß. Szenisch perfekt arrangiert, konnten sich alle Darsteller trotz fließender Tanzszenen sowie der akrobatischen Darbietungen von Feuerkünstlern und Kampfsportlern in dieser Mitte zusammenfinden. Der Zuschauer konnte sogesehen leicht einen Gesamteindruck gewinnen, ohne sich von den ausufernden und bewegten Elementen der Show hinaustragen zu lassen.
Grandios waren dabei vor allem die Lichteffekte (Davy Cunningham), die dabei fließend und farbgewaltig auf die Bühne gezaubert wurden. Sah man sich einmal mit den leuchtend blauen Terakotta-Kriegern vor einer rot glühenden Mauer konfrontiert, so stieg im nächsten Moment eine riesige Sonne, überlebensgroße Maskengesichter oder Drachen und Schlangen aus der  aufklappbaren runden Leinwand der Drehbühne, die in bestechender Echtheit detailgetreu projiziert wurden.
Mit Paolo Carignani an der Spitze waren die Wiener Symphoniker einzigartig in ihrem Spiel, das durch das besondere Soundsystem der Seebühne in feinstem Grade übermittelt wurde.
André Schuen, Taylan Reinhard und Cosmin Ifrim – große Stimmen, die für die Hauptpartien dieser Oper ausgewählt wurden, werden die Zuschauer lange in ihrer Erinnerung halten.
Nessun dorma (Keiner schlafe) – war nicht nur Puccinis Libretto-Idee, sondern vor allen Dingen hatte es sich wohl die Regie auf die Fahnen geschrieben, weil  jenes Sommerfestival am Vorarlberger Bodensee noch geraume Zeit  in den Ohren des Publikums nachlingen würde.

So  gehen die 70. Bregenzer Festspiele mit  insgesamt etwa 227.662 Besuchern (in allen Veranstaltungshäusern) zu Ende. Ganze drei Mal mußten die Akteure aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen dabei ins Festspielhaus wechseln. Die Auslastung der Seebühne lag hier bei 98 Prozent und war somit ein phantastischer Erfolg für das Festspieljahr 2015.
Andrea Kraus

> Die Bregenzer Festspiele haben bereits mit dem Ticket-Vorverkauf für die nächstjährige Spielzeit begonnen. Das Festival startet am 20. Juli 2016 mit der Oper im Festspielhaus Hamlet von Franco Faccio in seine 71. Saison. Für die Regie zeichnet Olivier Tambosi verantwortlich.