Der Point of Departure – Wo wird’s konkret?

Bewusstsein und Achtsamkeit:

Der Point of Departure –
Wo wird’s 
konkret?
Von Andrea Riemer für OMspirit-Magazin

(OM/AR). Berlin. Es ist gar nicht so einfach, einen Ausgangspunkt bzw. einen Einstiegspunkt in dieser Umbruchszeit mit ihrem Höchstmaß an Liquidität, an Flüssigkeit in der Entwicklung zu finden. Dieser Einstieg ist nicht vorgegeben. Es gibt niemanden, der einem sagt – mach das so oder anders. Es liegt am Einzelnen, wo sie/er einsteigt. Das ist ganz wesentlich, dass das begriffen wird. Ansonsten ist der eine oder andere schnell in den Fängen von Gurus – gerade wenn sie glauben, das könne inen nicht passieren. Viele Menschen sind – oft weil sie Suchende sind – schneller in einem Ideenstrudel gefangen, als sie glauben. Vor allem dann, wenn ihnen das Leben scheinbare Bestätigungen schickt. Daher es wesentlich, bei allem, was wir lesen und hören, offen, neugierig und kritisch zu sein. Immer wieder zu hinterfragen – auch sich selbst – lautet hier das Gebot der Stunde.

Eines lässt sich verbindlich sagen: Die Veränderung beginnt in einem und bei uns selbst. Nie im Außen, nie bei anderen. Wie gehen wir das an? Und hier kommt Bewusstsein und Achtsamkeit ins Spiel. Hier verbinden sich das Einzelne und das Große Ganze, das Ich und das Wir. Und darum geht es in jeder Gruppe, jeder Organisation, jeder Ordnung, jedem System – sei es eine Paarbeziehung, die Eltern-Kindbeziehung, in Berufsbeziehungen etc. – gleich wie stabil, gleich wie flüssig in der inneren Konsistenz.

Um überhaupt in Beziehung treten zu können, muss man zuerst mit sich selbst in Beziehung treten. Und das ist für viele eine ganz große Herausforderung. Also – was sind Bewusstsein und Achtsamkeit – jenseits von Hochglanzmagazinen und Gurugesäusel? Das klingt so selbstverständlich, so natürlich – und doch – im Alltagsleben vergessen wird die beiden oft – und leben auf Autopilot – bis es kracht…

Bewusstsein und Achtsamkeit auf den Grund fühlen

Was bedeuten Bewusstsein und Achtsamkeit? Diese Frage ist angesichts der Literatur- und Vortragsschwemme zu Achtsamkeit und Bewusstsein mit allerlei Heilsversprechen durchaus berechtigt. Man sollte ja schließlich wissen, worauf man sich einlässt. Ich will es folgendermaßen darlegen:

Achtsamkeit und Bewusstsein sind in der menschlichen Wahrnehmung eng miteinander verbunden.

Bewusstsein ist eine Form von Gewahrsein innerhalb der eigenen Daseinsebene, auch Dimension genannt.

  • Dimensionen“ sind ein Mittel, um verschiedene Existenzebenen entsprechend ihrer Schwingungsrate einzuteilen. Jede Dimension hat bestimmte Gesetze und Prinzipien, die für die Frequenz dieser Dimension spezifisch sind.

  • Bewusstsein“ steht für Gewahrsein. Die Bewohner jeder Dimension arbeiten innerhalb der entsprechenden Frequenzebene klar, einfach und mit einem Minimum an Widerstand, weil ihr Bewusstsein in Resonanz mit der Frequenz dieser Dimension schwingt.

  • Multidimensionales Bewusstsein“ hat die Fähigkeit, in mehr als nur einer Dimension bewusst zu sein. Um mehrdimensional im Bewusstsein zu sein, muss man sich daran erinnern, dass man in sich das Potential hat, das Wahrnehmungsbewusstsein auf die Dimensionen über und unter unsere physische Ebene zu erweitern.

    Foto: Kyle Johnson   •  Beitragsbild oben: Sam Austin
  • Unbewusst“ bedeutet, dass man sich innerer und/oder äußerer Reize innerhalb der eigenen oder einer anderen Dimension nicht bewusst ist und nicht in der Lage ist, diese Reize zu beachten. Der Mensch in der dritten Dimension ist sich seiner ersten, zweiten und vierten Dimension weitgehend nicht bewusst. Das menschliche Unbewusste wird am besten durch physische Körperbotschaften, Introspektion, Träume und Meditation erreicht.

  • Bewusst“ bedeutet in der Lage zu sein, Reize innerhalb der eigenen Dimension wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Das dreidimensionale Selbst ist sich dessen bewusst, was von den fünf physischen Sinnen des Sehens, Hörens, Tastens, Schmeckens, und Riechens wahrgenommen werden kann.

  • Superbewusst“ ist ein Bewusstsein der höheren Ordnung, der fünften Dimension und darüber hinaus, in der das Wesen in der Lage ist, Reize der eigenen Dimension sowie aller niederen Dimensionen wahrzunehmen und auf sie anzusprechen. Das Überbewusstsein ist von Natur aus multidimensional. Das dreidimensionale Selbst kann durch Meditation, Gebet und Hingabe an die Eingliederung des Bewusstseins der höheren Ordnung „bewusst“ werden.

Reize wie Farben, Formen, Töne und Klänge werden vom Menschen wahrgenommen. Sie werden als solche z.B. in Form von Länge, Breite und Höhe erkannt. Zudem wird auf diese Reize reagiert, d.h. es gibt eine innere Fähigkeit des Erkennens und des Verarbeitens, sodass daraus eine Handlung abgeleitet werden kann. Es gibt also im Menschen – oft sehr versteckt und wenig erkennt – eine Art Referenzfläche. Manche nennen es Erfahrungen, Erinnerungen, Glaubenssätze, Familienmuster, Generationsmuster etc. Vieles ist Teil vom Unbewussten, vom Autopilot-Dasein.

Bekannt sind etwa … man muss, man kann, man soll, ich habe das immer so gemacht, weil man es so macht … Hier sind klassische Sollbruchstellen, also Momente, wo der Mensch entweder mitschwimmt bis er wo anschlägt… oder aber wo er in den inneren Widerstand gehen und ausbrechen will.

Wenn so gedacht und gesprochen wird, dann empfiehlt es sich, vorerst inne zu halten und zu sehen, was da in einem abläuft. Frei von Wertung – nur wahrnehmen. Gar nicht einfach, diese kleine Übung. Die Mehrheit ist ja zum Bewerter und zur Verurteilerin geradezu erzogen worden. Beim Unterscheidungsvermögen hingegen wurde kräftig bei den meisten gespart.

Welche Rolle spielt Achtsamkeit in diesem inneren Musikstück? Achtsamkeit ist ein Aspekt von Bewusstsein, eine bestimmte Form von Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung gemeinsam mit Bewusstsein ermöglicht. Etwas fällt aufgrund einer geschärften Wahrnehmung, einer inneren Neugierde und Offenheit auf – über die bekannten fünf Sinne, über die innere Wahrnehmung, weil auch dem Gefühl und der Intuition Raum gegeben werden. Sie werden eben nicht mehr als diffuses Bauchgefühl weggedrückt und abgewürgt, sondern sie erhalten – vorerst neutral als so sein – Raum in einem.

Achtsamkeit bedeutet beispielhaft

  • Absichtsvoll sein
  • Im Hier und Jetzt sein
  • Im Unterscheidungsvermögen sein
  • Offen sein
  • Neugierig sein
  • Aufmerksam sein
  • Den eigenen inneren Zustand an Gefühlen, des Körpers und des Geistes wahrnehmend sein

All das kann man wieder erlernen, denn als Kind war dies im Wesentlichen sehr vertraut.

Betont wird dabei immer wieder der Zustand IN einem. Dies darf man sich vergegenwärtigen und verinnerlichen. Wer nicht erkennt, dass das Außen die Spiegelfläche des eigenen Innen ist, der wird weiterhin im Außen schuften, im Hamsterrad laufen und nicht weiterkommen. Die Bühne für Wahrnehmung, Gestaltung und Veränderung ist das Innen – so unspezifizisch und diffus es auf den ersten Blick klingen mag. Ausprobiert – und für stimmig und richtig befunden.

Es ist eine Frage der Wahrnehmung, des Bewusstsein – beides wirkt auf die innere Haltung. Diese ist ausschlaggeben dafür, wie sich das Außen und damit das mit den bekannten fünf Sinnen wahrnehmbare Leben entwickelt. Das vielzitierte Beispiel vom halbvollen und halbleeren Glas ist nur eines von unzähligen Beispielen.

Alles ist eine Frage von Bewusstsein und Achtsamkeit.

Andrea Riemer

SOULFOOD – Die Radiosendung – jede Woche Mittwoch von 21.00 bis 22.00 Uhr und Freitag von 06.00 bis 07.00 Uhr als Wiederholung
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Andrea Riemer: https://www.andrea-riemer.de