Rotes Moor & Lichtenburg

Rhönwanderung – Rotes Moor,
Ostheim & Lichtenburg…

(OM-ACK-3-17) Rhön. Zart schimmert gerade mal das Grün zwischen den noch eisigen Wasserläufen hervor.  Jetzt im Frühjahr können wir hier im Roten Moor in der Rhön bereits das Erwachen der Natur und entspannende Vogelgesänge genießen. Später erleben Durchwanderer der Sumpflandschaften den Artenreichtum gründender und blühender Pflanzen und Gebüsche, eine Vielzahl an Vogel- und Insektenarten sowie viele Kleintiere. 

Das Rote Moor ist ein 800 bis 830 Metern über dem Meeresspiegel gelegenes Hochmoor auf den Hochebenen der Rhön – ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer oder für Skifahrer. Mit seinen etwa 50 Hektar ist das Rote Moor nach dem Schwarzen Moor das zweitgrösste Hochmoor im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, das einen wertvollen Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen bietet.

Der Moorsee zählt auf jeden Fall zum Highlight dieses Naturschutzgebietes und bietet mit seiner interessanten, vielgestaltigen Vegetation einen schönen Platz zum Verweilen und Beobachten in der Natur. Ein Moorlehrpfad führt vorbei an schönen skulpturenartigen Pflanzen- und Bodenstrukturen, direkt durch die sumpfige Naturlandschaft, über die in der warmen Jahreszeit Smaragdlibellen oder Moosjungfern schwirren. Torfmoose, Siebenstern, Sumpf-Blutauge, Moosbeere und Wollgras finden sich hier ebenso wie Zwergtaucher, Krickente und Teichralle. Im Karpatenbirkenwald sind Fitis, Waldschnepfe und Weidenmeise beheimatet. Auch rund um das Rote Moor lässt sich die große biologische Vielfalt des Biosphärenreservats bestaunen.
Mitten durch das Rote Moor führen außerdem der bekannte Rhön-Höhen-Weg, sowie eine Extratour des Hochrhöner, dem ersten Premiumwanderweg in Deutschland.

Besonders in den hohen Lagen der Rhön ist es derzeit noch recht frisch gerade mal 4 bis 5 ° tagsüber, sodass wir uns auf dieser Rhönwanderung nach einigen Kilometern Fußmarsch doch lieber in niedere Gefilde begaben… zum Beispiel nach Ostheim.

Unterhalb der Lichtenburg befindet sich auch der Einstieg in den „Ostheimer“ – ein vom deutschen Wanderinstitut zertifizierter Premiumwanderweg (Extratour Ostheimer, Gesamtlänge 6,6 km, 2h, mittel). Ein idyllischer Pfad durch Laubwälder, der am Weyhershauk, dem imposanten Kalkgesteinsfelsen, vorbei führt bis zum „Wasserschlößchen“ – einem Wasserwerk.

Wer mag, kann schöne Blicke hier genießen über die Obstwiesen, die gerade jetzt im Frühjahr bald in ihrer prächtigen Blüte zu bewundern sind. Der Weg führt weiter am  Gasthaus „Sir Henry“ vorbei zur Flur des „Rauen Steins“ und an der „Doppelten Eiche“ . Nach dem Buchenwald gehts steil bergauf zum Wyershauk.

Dann gehts zurück zum Lichtenburg und dem Burggasthof, in dem  Wanderer eine gute Mahlzeit bekommen.

Einladend ist jedoch auf jeden Fall auch die sehr gut erhaltene Altstadt Ostheims mit dem Ensemble der Kirchenburg, das den Eindruck vermittelt, als wäre die Zeit stehen geblieben. In der 1. Hälfte des 15. Jhd. wurde diese Wehranlage rund um die Stadtkirche St. Michael (1615-1619, Renaissancestil) herum von freien Bürgern und Bauern Ostheims zum ihrem Schutz errichtet.

Bastionen, vier Ecktürme, der kleine Wächterturm sowie der runde Pulverturm lassen hier eine ehemals rege Begängnis und Feindbeobachtung vermuten. Besonders spannend sind dann noch die 66 Gewölbekeller der Kirchenburg und die darauf errichteten ursprünglich 72 Gaden – die einräumige Behausungen auf jenen Kellern. Nur wenige davon sind noch erhalten.

Jeder Stein scheint hier erhalten und man kann sich die Kirche, das Museum sowie umliegende kleinere Gebäude, Gässchen und die Behausungen der ehemaligen Siedler anschauen. Ostheim bietet zudem ein breites Angebot an Restaurants und Cafes, wo man am Nachmittag, nach der Wanderung, gern ein-zwei Stündchen dort verbringen kann.