Rückzug aus medialer Überfrachtung…

Christus und Weltfrieden

Rückzug aus medialer Überfrachtung

Interview mit Sabine Wolf zum aktuellen politisch-sozialen Geschehen und ihrem eigenem Umgang damit

von Melanie Ackermann

MA: „Du konsumierst seit 20 Jahren keine Nachrichten. Viele Menschen treffen mittlerweile die gleiche Entscheidung. Bekommst du dennoch etwas mit von dem, was gerade läuft in der Welt? (auf anderen Kanälen, innere Wahrnehmungen, Veränderungen Atmosphäre)

Antwort:
Ich habe nie Nachrichten konsumiert. Schon als Kind bekam ich Magenschmerzen und wurde unruhig, wenn mein Vater im frisch gekauften Fernseher die Nachrichten sah. Ich empfand es damals als eine große Bedrohung für die Geborgenheit meines Zuhauses und meiner Seele.
Die Frage ist: Was läuft denn gerade in der Welt? Das, was die offiziellen Nachrichten und private Internetseiten verbreiten? Du hast die Worte „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ in deiner Frage nicht erwähnt. Behaupten nicht alle, die Wahrheit zu schreiben, die Wirklichkeit zu beschreiben? Es gibt so viele Wahrheiten und Wirklichkeiten, wie es Menschen und Gefühle gibt. Und diese ändern sich jeden Tag.
Ja, ich bekomme mit, was gerade in der Welt läuft, soweit es mich betrifft. Und einen größeren Anspruch habe ich auch nicht. Was mich nicht betrifft, bekomme ich nicht mit – und geht an mir vorüber. Ich bin da, wo ich bin. Meine Umwelt ist meine Wirklichkeit. Und diese präge ich durch mein Sein mit.

delivermessagepart

Viele Menschen glauben, alles, was in der Welt läuft, mitbekommen zu müssen. Sie sind passive, stressgeplagte Illusionisten, die sich in ihrem emotionalen Seelenfeld von allen fremden Meinungen, Einflüssen, Bewegungen und Wellen sowie Täuschungen und Lügen abhängig machen. Damit verlieren sie vollkommen die Verbindung zu sich selbst.
Für mich stellt sich die Frage: Weiß ich denn überhaupt, was bei mir läuft? Ist dies nicht viel wichtiger? Wenn ich weiß, was bei mir läuft und angemessen für mich sorge, dann werde ich emotional, mental und geistig unabhängig. Diese innere Stärke trägt meinen Teil zum Weltfrieden bei.

MA: Viele Menschen fühlen sich orientierungslos und wenden sich von den „Mainstream-Nachrichten“ ab und den „Aposteln der Wahrheit“ im Internet zu. Doch dort finden sie ebenfalls kaum anderes als Schreckensnachrichten und Beschuldigungen. Auch hier wird ihre Unsicherheit gestärkt, die Angst genährt und das Vertrauen geschwächt.
Hältst du es für besser, sich komplett davon zurückzuziehen? Wie kann jeder einzelne sein Vertrauen und seine Stabilität stärken und mit welcher Haltung/Verhalten dem großen Ganzen dienen?

Antwort:
Ich fange mal hinten an: Wie kann jeder einzeln dem großen Ganzen dienen? Das ist der Knackpunkt. Wie viele Menschen in dieser Welt haben denn überhaupt ein Bewusstsein dafür, dass sie dem großen Ganzen dienen könnten oder sollten? Die meisten Menschen sind auf „Versorgtwerden“ geeicht. Sie wollen nicht geben, sondern haben.
Die Stärkung von Vertrauen und Stabilität kann nur aus dem eigenen Inneren heraus reifen. Und auch nur dann, wenn wir uns sowohl als Empfangende als auch als Gebende betrachten, wenn wir erkennen, dass wir den Menschen unserer Umgebung, ja selbst dieser Welt, viel zu geben haben. Und das wiederum diese uns viel geben können. Vertrauen und Stabilität sind keine fixen Eigenschaften sondern Qualitäten eines Fließstroms, der nach allen Seiten offen ist und seinen eigenen geistigen Gesetzen folgt.
Viele Menschen sind seit ihrer Kindheit darauf eingeschworen, nichts zu geben und zu verschenken zu haben. Viele Menschen halten sich für wertlos, weil es ihnen von allen Seiten so eingeprägt wurde. Umso stärker ist ihr Bedürfnis, ja die Gier, etwas vom Kuchen abzubekommen. Doch in Wirklichkeit gibt es diesen Kuchen gar nicht. Jeder Mensch ist einmalig und damit wertvoll. Jeder Mensch hat etwas Lichtvolles und Großartiges zu dem beizutragen, was in dieser Welt laufen könnte.  >>> hier weiter Sabine Wolf-Interview

Sabine Wolf-OMspirit-Magazin
Sabine Wolf zur Friedensmenschenkette am Bodensee 2015 • Foto: Margitta Krell
delivermessagepart-2
Sabine in ihrem Lichtpunktgarten in Wennigsen. • Foto: Kristallmensch