Wer fragt die Tiere…

Wer fragt die Tiere, ob sie den
heiligen Abend noch erleben wollen?

(OM/ACK-12/17). Gerade gestern war ich morgens unterwegs, da ich einen Termin hatte. Es war ziemlich feucht und kalt draußen, doch der Himmel machte gerade etwas auf und so empfand ich den Tagesbeginn als besonders lichtvoll.

Ich machte mich daran, mein Auto vom Eis zu befreien, denn in unserer Thüringer Gegend ist derzeit bei Feuchtigkeit und Kälte alles wie mit Zuckerglasur überzogen. Zudem durfte ich noch den Schnee wegschieben, den der rasante Schneepflug wiedermal vor unserer Einfahrt angehäuft hatte… und der war ziemlich schwer!

Nach einer Weile – ich dampfte schon aus allen Ritzen und hatte quasi meine morgendliche Sporteinheit abgeleistet – konnte ich mich endlich auf den vorgewärmten Fahrersitz meines Ford Mondeos schieben und mit allem Geschick für glatte Schlitterbahnen  mit Allwetterreifen (in unseren Breiten verpönt, da kaum noch Gripp bei Glätte)  auf den Weg machen.

Gleich an der Auffahrt zur Umgehungsstraße kam der steile Anstieg, den ich echt nicht verreißen durfte, weil es dann hieß: Nachsitzen!
Uff, den hatte ich gerade so geschafft…

Die Frontscheibe war leider ebenso noch nicht ganz frei und so sah ich außer Eistropfen und einer zarten nebulösen Kondensbeschichtung nicht gerade viel. Gut, es ging ja in der Regel schnell mit dem Tauprozess.

Als ich über den Berg war, gefiel mir der Anblick der Wälder und Täler diesen Morgen recht gut, ich blinzelte in die Sonne und trällerte ein Lied vor mich hin… Da erblickte ich im Rückspiegel einen ganzen Troß von Landrovern und weiteren geländegängigen Fahrzeugen. Was in Gottes Namen wollten die am Sonntag früh hier draußen?

Ein Treffen vielleicht? Als ich kurz anhielt, um meine Scheibe nochmal komplett zu „überarbeiten“… sah ich den Trupp, der sich schon am Treffpunkt vor der großen Weihnachtstanne am Tunnel eingefunden hatte. Einige der Fahrer stiegen aus, die Hunde in den Käfigen kläfften laut und  hauchten ihre Atemwolken in die Kälte. Sie begrüßten sich nach Männerart mit Handschlag oder Schulterklopfen. Einer nach dem anderen kam nun dazu – manche mit Hund, andere ohne. Es waren schätzungsweise  50 Männer. Ich dachte: Was wollen die nur hier um diese Zeit, an dem schönen, lichtvollen Morgen?

Da nahm der erste seinen Filzhut her, schwenkte ihn ein paar mal durch die Luft, als ob er etwas zu vermelden hätte. Die anderen Männer zückten ebenso ihre Hüte, nahmen ihre Hunde und nun erkannte ich sie an ihren typischen Kopfbedeckungen mit Gamsbärten und sonstigem Firlefanz – es war eine Gruppe von Förstern und Jägern, die sich wohl alle kennen mussten und aus demselben Grund hier waren. Mein Gott – dachte ich – 50 Kerle so viel für dieses kleine Waldgebiet…

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Sie formierten sich zu einer Treibjagd!
Wie konnte ich es vergessen… In wenigen Tagen ist ja Heiligabend!

Mir wurde übel…, einfach nur noch schlecht – und ich war traurig… So traurig, dass die Tränen kullerten und mir der ganze lichtvolle Tag vorkam wie ein riesiger dunkler Tunnel ohne Licht am Ende.

Daher möchte ich und wir vom OM-Magazin diesen Aufruf durch die Welt senden:
Esst bitte, bitte keinen Weihnachtsbraten mehr, damit zumindest unsere lebendigen Tierfreunde diesen und weitere Heiligabende noch in ihrem friedlichen Waldquartier erleben dürfen! Das wäre schonmal ein bewusster erster Schritt des Verzichtes für die eigene Heilung und die der Erde.

Andrea Constanze & Tina-Lina Krau

Ein Gedanke zu „Wer fragt die Tiere…“

  1. Ja Ihr Lieben, das ist unendlich traurig und unfassbar das so viele Tiere immer noch soooo sinnlos und in Massen sterben „müssen“ oder leiden , weil Menschen nicht erkennen das wir alle EINS SIND und es kein niedrigeres Leben gibt, das jedes Lebewesen eine Seele ist und Empfindungen hat – es fehlen mir immer die Worte, macht mich tieftraurig und es dreht mir den Magen um …
    Ich wünsche uns allen, das endlich ALLE erwachen, und das ganz schnell, und in jeder Hinsicht. Das der ganze Wahnsinn ein Ende hat !!!!!!!

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